Latein

 

Wozu (heute noch) Latein lernen?
10 gute Gründe sprechen dafür:

Latein führt die Kinder an die Quellen und Wurzeln der Geschichte, Geisteswelt, Kultur und Struktur Europas heran und ermöglicht auf diese Weise ein Verständnis der Gegenwart auch auf der Grundlage historisch-antiken Denkens und Wissens. Infolgedessen gibt ihnen das Fach im Rahmen ethischer Erziehung Impulse zur Auseinandersetzung mit tradierten und deshalb vertrauten Werten und Haltungen und fördert so den bewussten Umgang mit diesen. Dadurch vermittelt es den Schülerinnen und Schülern nicht nur das Bewusstsein europäischer Identität, sondern befähigt sie auch, fremden (d.h. anders gearteten) Kulturen mit einer offenen und toleranten Haltung zu begegnen.

Latein war seit der Ausbreitung des Römischen Reiches bis in die frühe Neuzeit die Global- und Kultursprache des Abendlandes. Wer immer sich vertieft mit originalen Schriften und Dokumenten aus dieser Zeit beschäftigt, bedarf profunder Lateinkenntnisse.

Latein ist die Muttersprache der romanischen Sprachen Italienisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch, Rumänisch und Rätoromanisch, also die Basissprache Europas. Wer Latein beherrscht, erlernt und versteht dessen Tochtersprachen um so leichter; zudem kann er die Bedeutung von Fremdwörtern und Fachtermini lateinischer Herkunft unschwer erschließen.

Latein bereitet den Lernenden keine größeren Schwierigkeiten als andereFremdprachen, denn weder Aussprache noch Rechtschreibung werfen Probleme auf: Man spricht, wie man schreibt, und man schreibt, wie man spricht: Insula Sicilia est provincia Romana.

Latein als Studienvoraussetzung benötigen nur noch Studierende der Fachrichtungen Germanistik, Fremdsprachen, Geschichte, Theologie, Philosophie, Archäologie, Kunstgeschichte und Musikwissenschaft. Wer das Latinum nicht bereits auf der Schule (i.d.R. am Ende der 10. Klasse) erworben hat, muss es an der Universität - unter erheblichem Lernaufwand und angesichts einer beträchtlichen Durchfallquote - bis zum Studienabschluss nachholen. Lateinkenntnisse werden von Medizinern, Pharmazeuten, Psychologen, Naturwissenschaftlern, Juristen und anderen Akademikern heute zwar nicht mehr verlangt, sind aber weiterhin für sie von erheblichem Nutzen.

Latein fördert die (mutter)sprachliche Kompetenz durch fundierten Grammatik- und Sprachunterricht sowie durch die Übertragung verschiedenartiger gehaltvoller Texte in korrektes und angemessenes Deutsch.  Diese Sprachreflexion dient dazu, sowohl den individuellen Wortschatz zu erweitern als auch das sprachliche Ausdrucksvermögen fortzuentwickeln und zu differenzieren, um sich auf diesem Wege einen sicheren, bewussten und zugleich kreativen Umgang mit der Muttersprache anzueignen. Weil die übersetzten Texte - über die sprachliche Betrachtung hinaus - interpretiert und einer kritischen Reflexion unterzogen werden, stärkt Latein zudem die Lesekompetenz, d. h. die geistig wache Auseinandersetzung mit Texten aller Art.

Latein schult das logisch-analytische, kombinatorische und abwägende Denken und vermittelt deshalb die nötigen Strategien für effektives und nachhaltiges Lernen sowie grundlegende Arbeitsmethoden. Trainiert werden im Zuge des Lateinunterrichts vor allem Selbstdisziplin, Konzentrationsfähigkeit, Durchhaltevermögen, Gründlichkeit, selbstständiges Arbeiten und  eine systematische, auf Problemlösung abzielende Vorgehensweise, aber auch individuelle Kreativität. Diese Fertigkeiten gehören unbestreitbar zu den elementaren Schlüsselqualifikationen in Schule, Studium und Beruf.

Latein leistet einen essenziellen Beitrag zur Entwicklung der Persönlichkeit.  Anhand exemplarischer Texte renommierter antiker Autoren (Caesar, Cicero, Seneca, Livius, Ovid, Vergil), die sich mit zentralen Fragen des Daseins befassen bzw. allgemeine Modelle menschlichen Denkens und Handelns präsentieren, bietet das Fach einerseits nützliche Orientierungshilfen, fordert jedoch andererseits zur kritischen Reflexion dieser Texte respektive zum Diskurs heraus. Zweifelsohne sind die so erworbenen Fähigkeiten zu formulieren, zu argumentieren und zu überzeugen unverzichtbar sowohl für die Konsolidierung des Selbstbewusstseins als auch für den schulischen, beruflichen und privaten Erfolg. („Einem Lateiner macht keiner so leicht etwas vor.“)

Latein fügt als multivalentes Fach nicht nur sprachliche, historische, literarische, philosophische, kulturelle, ethische und ästhetische Bildung zusammen, sondern vermittelt den Schülerinnen und Schülern auch ein breit gefächertes Allgemeinwissen. Auf diese Weise hilft ihnen der Lateinunterricht, all die Informationen, die jederzeit in überbordender Fülle zur Verfügung stehen, adäquat einzuordnen und kritisch zu bewerten, um so einen eigenen Standpunkt zuentwickeln bzw. ihn zu überdenken. Latein bietet den Heranwachsenden nämlich ein besonders umfangreiches Spektrum von Lehrinhalten: Themen der Geschichte, Politik, Literatur, Rhetorik, Theologie, Philosophie, Mythologie, Technik, Architektur, Bildenden Kunst und Musik, aber auch des (antiken und heutigen) Alltags werden in den Unterricht integriert.

Latein lebt (tatsächlich)! Und das nicht nur im Vatikan und in diversen Lateinbüchern. Wer es nicht glauben will, der halte sich die nicht gerade kleine Anzahl von Schülerinnen und Schülern vor Augen, die an der LFSM mit Freude und Erfolg Latein lernen - ein Fach mit unverzichtbaren überzeitlichen Bildungsaspekten.

 

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