Information: MINT-Begeisterung an der Liebfrauenschule - Experimentierfreude regt Forscherdrang und Phantasie an Niederrhein

18. Juni 2021

Ein alter Billardtisch als Chassis, ausrangierte CDs als Reifen, Mikadostäbchen als Achse - Nina Zemang und Luisa Pickmann wissen sich zu helfen. Die Liebfrauenschülerinnen entwickeln zurzeit im Natwi-Kurs ein Fahrzeug für das 12. Mausefallenrennen. „Das ist ein Wettbewerb des Physik-Treff NRW Mitte September, an dem wir uns beteiligen“, berichtet ihr Lehrer Dr. Andre Kaiser. „Die Mausefalle ist sozusagen der Motor unseres Modells“, erklärt Nina ihre Konstruktion. Die 14-jährige Grefratherin ist wie ihre 15-jährige Mitschülerin Luisa Feuer und Flamme für das Forschungsprojekt. „Wir achten darauf, dass wir umweltschonende Materialien verwenden“, sagt die Aldekerkerin Luisa, während Nina mit der Heißklebepistole die Mausefalle auf dem Pappkarton fixiert.

Die Neuntklässlerinnen freuen sich auf den Wettbewerb, der ihre Kreativität fordert und ihre Experimentierfreude anregt. „Englisch ist zwar mein Lieblingsfach, aber die Naturwissenschaften machen mir auch sehr viel Spaß“, sagt Nina. Luisa sieht das genauso. In der Sparte „Arbeitswelt“ haben die Schülerinnen aus Mülhausen kürzlich am Wettbewerb „Jugend forscht“ der Unternehmerschaft Niederrhein teilgenommen. Mit ihrer Mitschülerin Lara Trilling haben sie der Jury ein Projekt vorgestellt, bei dem eine Brille trotz Tragen einer Schutzmaske nicht beschlägt.

Die Schülerinnen und Schüler aus Mülhausen haben dafür zwar keinen Preis bekommen. „Darum geht es auch gar nicht. Über solche Wettbewerbe wird bei den Schülern eine Menge angeregt, unter anderem Phantasie und ein Verständnis für das Zusammenspiel von Natur und Elementen“, berichtet Yvonne Rosso. Mit ihrem Kollegen Andre Kaiser organisiert die Lehrerin Wettbewerbe, bei denen die Heranwachsenden ihr Geschick und ihr Verständnis für die Gesetze der Physik, Mathematik, Chemie und Biologie unter Beweis stellen können.

„Als MINT-freundliche Schule ist es für uns selbstverständlich, uns regelmäßig bei Jugend forscht zu beteiligen“, sagt Andre Kaiser. Allein bei der diesjährigen 26. Auflage des größten Nachwuchs-Wettbewerbs Deutschlands für natur-wissenschaftliche Fächer hat die Liebfrauenschule Mülhausen sechs Beiträge eingereicht. Bei insgesamt 36 Beiträgen aus dem Kreis Viersen lag Mülhausen damit unter den 33 Schulen wieder ganz weit vorne. Mit Themen wie „weniger Mikroplastik im Meer“, „nachhaltige Kosmetik“ und „Strom-gewinnung durch Rollladen mit Solarzellen“ haben die Liebfrauenschüler dokumentiert, dass ihnen Themen wie Umweltbewusstsein, ressourcenschonendes Handeln und Klimaschutz besonders am Herzen liegen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Einen Naturwissenschafts-Raum weiter neben Nina und Luisa tüfteln die Achtklässler von Yvonne Rosso an einem Bausatzmodell eines Solarautos. „Es ist erstaunlich, auf welche Ideen die Schüler dabei kommen“, sagt die Pädagogin. Jana Kreusch (14) aus Oedt beispielsweise hat in dem Sonnenflitzer eine sogenannte Grätzel-Zelle integriert, die die Lichtenergie in elektrische Energie umwandelt. Julia Schramm (14) aus Grefrath findet „voll cool“, wie sich bewegliche Achse und breitere Reifen über die Fernsteuerung verhalten. Ilka Billen (14) aus Hinsbeck nutzt eine zweite Solarzelle, die auf Holz und bewusst nicht auf Plastik ein-gebaut ist. „Ich bin selbst infiziert vom Forscherdrang und freue mich, dass die Schüler meine Begeisterung teilen“, betont Yvonne Rosso. Was sich aus einem einfachen Bausatz entwickeln lässt - man muss nur den Jungforschern der Liebfrauenschule Mülhausen über die Schulter schauen.



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