Bericht: Schüler testen sich selbst - Stäbchen in beide Nasenlöcher: Hat gar nicht wehgetan


„Hat ein bisschen gebrannt, ansonsten war‘s okay.“ Lara Bousart hat sich soeben selbst auf das Coronavirus getestet. An Station 10 sitzt die 16-jährige Aldekerkenerin mit ihren Mitschülern - Bruder Timo Bousart und Jana Boves, alle aus der Stufe 10 - auf der Wiese vor den naturwissenschaftlichen Räumen. Es ist kurz nach 8 Uhr. In der ersten Unterrichtsstunde an der Liebfrauenschule Mülhausen stehen am heutigen Dienstag und morgen für jeweils 500 Schülerinnen und Schüler Schnelltests an.

Das Besondere: Die Heranwachsenden müssen selbst Hand anlegen, sich die Stäbchen in beide Nasenlöcher stecken, den Wattebausch mit einer präparierten Flüssigkeit versehen und die Testkarte beträufeln. Die meisten machen das sehr geschickt, ein Erklärvideo im Vorfeld hat gute Vorarbeit geleistet. Ansonsten steht an jeder der insgesamt 20 Stationen der Teststraße mindestens ein Lehrer oder der Schulsozialarbeiter Jonas Spinczyk. „Vier Tröpfchen auf die Karte, mehr nicht“, erläutert Jonas Lara, was sie tun muss. Binnen zwei Minuten sind Lara und ihre beiden Mitschüler fertig mit dem Eigentest. Die nächsten bitte!

Eine Viertelstunde später bekommen sie 30 Meter weiter an der großen Buche das vorläufige Ergebnis. „Alles negativ“, verkündet Tobias Dahlke vom Sekretariat, der von den einzelnen Stationen die Ergebnisse aufs Laptop am Stehtisch zugespielt bekommt. Spätestens um 8.45 Uhr können alle der heutigen 500 Liebfrauenschüler rein ins Gebäude. Für Lara, Jana und Timo steht nun Mathe an - nach dem aufregenden Selbsttest genau das richtige Kontrastprogramm. Die Drei wie alle anderen müssen aber nach wie vor die Schutzmaske aufbehalten und den Sicherheitsabstand einhalten.

Einige wenige sind positiv getestet. „Das muss zunächst aber nichts heißen. Für sie steht nun erst einmal ein zweiter Test an anderer Stelle und von geschultem Personal an“, berichtet die stellvertretende Schulleiterin Dr. Sara Falk. Die „Positiven“ werden also isoliert, von den Eltern abgeholt und zum Zweittest gebracht. „Erst wenn dieser medizinische Test ebenfalls positiv ist, erfolgt eine Meldung ans Gesundheitsamt“, so Sara Falk.

Dank guter Vorbereitung und disziplinierter Schüler läuft die Aktion in Mülhausen sehr gut. „Wir sind glücklich, dass quasi alle Schüler dem Schnelltest zugestimmt haben, was die Sicherheit an unserer Schule erhöht“, sagt Sara Falk. Mit der Teststraße unter freiem Himmel und nicht - wie vom Land NRW vorgesehen - im Klassenraum hat die Liebfrauenschule das Risiko einer möglichen Ansteckung wesentlich minimiert. Sara Falk: „Der enorme organisatorische Mehraufwand hat sich sehr gelohnt.“ Nun hoffen die Verantwortlichen an der Liebfrauenschule, dass auch die Engpässe bei den Impfungen überwunden werden und die Lehrerinnen und Lehrer bald mit dem Serum gepiekst und immun werden. Von Normalität nach wie vor keine Spur, aber in Mülhausen hat man‘s im Griff.



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