Bericht: Corona-Lockerungen in Mülhausen Liebfrauenschule: Mit einem Lächeln wieder ins Klassenzimmer

22. Februar 2021

„Wie schön, euch wieder live zu sehen!“ So begrüßt Schulleiter Christoph Aretz am Montag die rund 130 Oberstufenschüler der Liebfrauenschule Mülhausen persönlich. Aufgrund der Corona-Lockerungen hat das Land NRW trotz wieder ansteigender Inzidenzwerte beschlossen, dass Präsenzunterricht unter Einhaltung aller AHAL-Regeln stattfinden darf.

Für die Liebfrauenschule bedeutet das, dass die Oberstufenschüler im Wechselmodell wieder in die Unterrichtsräume dürfen: eine Hälfte vor Ort, die andere Hälfte virtuell zugeschaltet. Für die Klassen 5 bis 10 gilt in Mülhausen nach wie vor der Distanzunterricht, sprich Homeschooling. Auf terminliche Planungen für einen schrittweise wieder aufzunehmenden Präsenzunterricht verzichtet die Schulleitung bewusst, da Prognosen in Pandemie-Zeiten einfach zu kurzlebig sind.

„Distanz- und Hybrid-Unterricht funktionieren gut, weil wir in der digitalen Ausstattung bereits gut aufgestellt waren“, sagt Christoph Aretz. Dennoch sei Präsenzunterricht vom sozialen Miteinander her durch nichts zu ersetzen. Von daher blicken Aretz und die Lehrer am Montag in viele strahlende Schülergesichter, was trotz der Maskenpflicht gut zu erkennen ist. In Mülhausen ist man jetzt gespannt, was die politisch Verantwortlichen am 3. März entscheiden werden, ob und wie es nach dem 7. März weitergeht mit der geplanten weiteren Öffnung der Schulen.

Was man am Montag feststellen kann: Die Oberstufenschüler sind hochkonzentriert bei der Sache und wollen aus der Situation das Beste machen. Den Präsenzunterricht nutzen die Jugendlichen, sich auf die anstehenden Klausuren vorzubereiten und Aspekte anzusprechen, die auf digitalem Wege nicht so gut zu kommunizieren wären. „Für dieses Quartal stehen sechs Klausuren an, das ist ein ordentliches Paket“, so eine Q1-Schülerin im Mathekurs von Britta Gasthaus.

Psychische Belastung wahrnehmbar

„Die Stimmung ist gut, es wird trotz des intensiven Pensums viel gelacht“, berichtet die Kursleiterin im auf Durchzug gelüfteten Raum N103. Wegen des frühlingshaften Wetters ist intensives Lüften in der Liebfrauenschule kein Problem. 14 Schüler nehmen im Klassenzimmer im gebotenen Abstand voneinander am Unterricht teil. Die andere Hälfte ist über Microsoft-TEAMS am Whiteboard zugeschaltet. Das differenzierte Modell für die Oberstufe sieht so aus, dass die Schüler zwei Tage am Stück in der Schule sind und somit jede Woche beide Leistungskurse in Präsenz unterrichtet werden können.

Spontane Aussagen zur „guten Stimmung“ freuen die Schulleitung, überraschen aber nicht wirklich. „In der Oberstufe fühlen sich die Schüler zwar gut auf die anstehenden Klausuren vorbereitet. Andererseits nehmen wir eine steigende psychische Belastung in der Schülerschaft wahr, die aus dem Ablauf eines Tages vor dem Computer bzw. am eigenen Schreibtisch resultiert“, so Christoph Aretz. Im Übrigen sehnen sich nicht nur die gut 1000 Liebfrauenschüler, sondern auch die rund 80 Pädagogen nach stabilem Präsenzunterricht und hoffen, dass der Virus- Mutant diesem Ziel keinen Strich durch die Rechnung macht.



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