Bericht: Solidaritätslauf für Uganda Liebfrauenschüler wandern für die Chancengleichheit

11. September 2020

Die Solidaritätswanderung 2020 werden die rund 1000 Schülerinnen und Schüler der Liebfrauenschule Mülhausen so schnell nicht vergessen. Seit über 30 Jahren erlaufen sich die Heranwachsenden alle zwei Jahre von Sponsoren Geld, das in den vergangenen Jahrzehnten für ein Schulprojekt in Afrika gespendet worden ist. „Corona hat uns zunächst ausgebremst. Aber wir haben es wieder hinbekommen“, sagt Lehrer Georg Borsch, der mit seiner Kollegin Ulrike Schmitz den Soli-Lauf organisiert.

Für Georg Borsch ist es bereits die 14. Auflage dieser Aktion. Das Sicherheits- und Hygienekonzept, von drei Behörden überwacht, war die Herausforderung. Umso glücklicher sind alle Verantwortlichen in der Liebfrauenschule, als sich am vergangenen Freitag mit fünfmonatiger Pandemie bedingter Verzögerung die Schüler aller Jahrgangsstufen mit Schutzmasken und in kleineren Gruppen auf den Weg in die Grasheide Richtung Abtei Mariendonk machen können. Anders als vor Corona gibt es diesmal keinen Gottesdienst zur Einstimmung - es geht sofort vom Klassenzimmer auf die Wanderpiste.

 

 

 

 

 

 

Wie immer stehen zwei Rundkurse zur Auswahl: fünf Kilometer bis zur Fluchtburg und zehn Kilometer über die größere Schleife entlang der Abtei Mariendonk. Die Schüler haben fleißig ihre Freunde, Verwandten und Nachbarn um Kilometergeld angefragt, so dass auch diesmal eine fünfstellige Summe zusammengekommen sein dürfte. „Die meisten spenden zwischen 50 Cent und einem Euro pro Kilometer“, berichtet Georg Borsch. Die Lehrer heben nicht nur die Begeisterung hervor, mit der die Schüler Sponsoren gewonnen haben. „Es haben sich aufgrund der besonderen Vorkehrungen wirklich alle sehr diszipliniert verhalten“, sagt die stellvertretende Schulleiterin Dr. Sara Falk, die selbst mit ihrem kleinen Sohn im Kinderwagen am Fünf-Kilometer-Parcours teilnimmt.

 

 

 

 

 

 

„Ich mache mit, weil es mir wichtig ist, dass die afrikanischen Kinder genau so gut ausgestattet sind mit Büchern und Materialien wie wir“, meint Nick Buchmüller (13), Neuntklässler aus Aldekerk, und verweist auf die Chancengleichheit. „Wichtig ist, dass die gesamte Schule mitgeht“, betont Zwölftklässlerin Diane N‘Dah aus Aldekerk. Bevor es auf die Strecke geht, nehmen sie und ihre drei Freundinnen aus dem Abiturjahrgang im PZ noch einen Schluck Limo zur Stärkung. Draußen auf dem Schulhof gibt ihnen das ehrenamtliche Cafeteria-Team eine Stulle Brot als Wegzehrung mit. „Viel Glück“, wünscht einer von insgesamt 22 Schulsanitätern in der gelben Jugendrotkreuz-Jacke am „Kempener Tor“. Ab dort geht es strammen Schrittes oder im Laufgalopp bei herrlichem Spätsommerwetter im Schatten der Chausseebäume ins Naturschutzgebiet Grasheide - Mülhausener Benden.

Am Streckenposten Grasheider Straße/Fluchtburg erwartet die Jungwanderer Schwester Bernarde. Die frühere Leiterin der Liebfrauenschule sammelt im Zuge der Solidaritätswanderung für das Bildungszentrum Notre Dame Academy in Uganda. Knapp 20 Jahre hat die 84-Jährige im ostafrikanischen Busch nach ihrer Pensionierung als Englisch- und Musiklehrerin gearbeitet. Ende 2019 ist die gebürtige Düsseldorferin von Buseesa wieder nach Mülhausen gezogen. „Die Schule gehört zu den besten in Uganda. Die Schwestern haben sie 2018 um die Schuljahre 12 und 13 erweitert, so dass 2020 zum ersten Mal das Abitur abgelegt werden kann. Dennoch erhält die Schule vom Staat keinerlei Unterstützung“, begründet Schwester Bernarde, warum ihr der Soli-Marsch so am Herzen liegt. „Es fehlen vor allem Lehrbücher für die Abiturklasse.“



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