Bericht: MINT-Forum - Digitales Lernen nach dem Vorbild von Mülhausen

13. November 2020

„Der Austausch im Kollegium ist für uns die beste Fortbildung.“ Das hat Christoph Aretz, Leiter der Liebfrauenschule Mülhausen, beim MINT-Forum 2020 „Lernen aus der Ferne - Welche Erkenntnisse und Konsequenzen zieht der Bildungssektor aus der Corona-Krise?“ betont. Der Pädagoge war jetzt neben Staatssekretär Mathias Richter und Berufsschulleiter Marc Bücker Impulsgeber bei dem Forum. Die Veranstaltung, von Rotary und Handwerkskammer Düsseldorf in fünfter Auflage organisiert, wurde wegen Covid-19 aus der Akademie der Handwerkskammer am Düsseldorfer Georg-Schulhoff- Platz virtuell als Life-Stream übertragen. Das Forum fand im virtuellen Raum einen regen Zuspruch.

Mit Christoph Aretz hatten die Veranstalter bewusst den Leiter einer Schule in Nordrhein-Westfalen eingeladen, bei der digitales Lernen funktioniert. „Unsere Schülerinnen und Schüler sind seit langem mit Tablets ausgestattet. Das System hat sich schon vor Corona eingespielt und bewährt“, berichtete Aretz auf Nachfrage der Moderatorin Beate Kowollik.

Der Lehrer verwies auch darauf, dass die Liebfrauenschule Mülhausen bereits nach den Sommerferien ein ähnliches Modell fahren wollte wie Solingen. Das vieldiskutierte „Solinger Modell“ besagt, dass Klassen an weiterführenden Schulen geteilt werden: eine Hälfte sollte vor Ort, die andere auf Distanz unterrichtet werden. Dieses Modell hatte NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer wiederholt abgelehnt unter Nennung von unterschiedlichen Gründen. Eine Haltung, die Staatssekretär Richter jetzt beim MINT-Forum verteidigen musste.

Einig waren sich die Forum-Teilnehmer, dass die Digitalisierung spätestens seit Corona im pädagogischen Konzept der Schulen eine Hauptrolle einnehmen muss. Diese Entwicklung könne man nicht mehr zurückdrehen. Aretz zeigte dabei am Beispiel der Liebfrauenschule auf, wie man dieser Herausforderung erfolgreich Herr werden kann. Bücker wies auf Defizite im System hin und zeigte neue Möglichkeiten auf, Lücken und Engpässe zu schließen. Richter unterstrich nicht nur die Bereitschaft des NRW-Schulministeriums, auch weiterhin viel Geld für die digitale Bildung zur Verfügung zu stellen. Der Staatssekretär hörte insbesondere bei den Darstellungen von Christoph Aretz auch genau hin und signalisierte Lernbereitschaft, derartig vorbildliche Erfolgsmodelle wie aus Mülhausen in die NRW-Schullandschaft zu tragen.



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