Spanische Austauschschüler an der Liebfrauenschule - Lieber Mülhausen als Barcelona

06. April 2019

Niederrhein, 06.04.2019 - Pablo Terroba ist 16, lebt in Santa Coloma de Gramenet bei Barcelona, besucht die 10. Klasse des dortigen Gymnasiums IES „Puig Castellar“ und spricht kein Wort Deutsch. Für den 16-Jährigen ist der Austausch mit der Liebfrauenschule Mülhausen von besonderer Bedeutung. Ebenso wie für die anderen 14 Mitschüler des IES, die zurzeit bei Gastschülern leben und die niederrheinische Welt und das deutsche Schulsystem kennen lernen.

Pablo ist bei Joschua Jansen untergebracht. Der 15-Jährige aus Nettetal-Leuth hat Pablo und seine Gruppe am Sonntag am Flughafen in Eindhoven empfangen. Im Februar dieses Jahres waren Joschua und 14 weitere Liebfrauenschüler bereits in Santa Coloma und haben im Norden Spaniens, wo neben dem Kastilischen das Katalanische die zweite Amtssprache ist, kennen gelernt. Da Joshua seit zwei Jahren Spanisch lernt an der Liebfrauenschule, kann er sich gut mit Pablo austauschen. Ihm von seinem Hobby, dem Reiten erzählen, während Pablo von seiner Leidenschaft, der Leichtathletik, berichtet.

„Es geht bei dem Austausch weniger um die Vertiefung der Sprachkenntnisse, sondern um das gegenseitige Kennenlernen und das Verständnis aufbringen für die Anliegen und Herausforderungen in der jeweils anderen Landeskultur“, berichtet Lehrerin Maike Schwich, die diese noch junge Schulpartnerschaft koordiniert. Und die Liebfrauenschule sei schließlich Europaschule - ein Titel, der über solche Begegnungen mit Leben gefüllt wird. Ihre beiden Kolleginnen von der IES „Puig Castellar“ sehen das ähnlich. Die Liebfrauenschule sei eine „amazing school“, die Landschaft des Niederrheins „very nice“, berichtet Profesora Marivi Benito bei einem Zusammentreffen in der Bibliothek. Sowohl die Lehrerinnen als auch die Schüler - die aus dem Ballungsraum Barcelona den Großstadttrubel gewohnt sind - hätten während ihrer Woche Aufenthalt kaum das Bedürfnis, von Grefrath oder den Nachbarstädten aus die rheinischen Metropolen zu besichtigen.

Lieber tauchen sie an Niers und Nette in die erwachende Natur ein oder schauen sie sich in der Liebfrauenschule um. So wie Marta Pérez. Die 14-Jährige, die Roller Blades fährt und passabel Deutsch spricht, möchte in ihrem späteren Beruf mit Chemie zu tun haben. Sie fühlt sich in den Naturwissenschaftsräumen der MINT-freundlichen Liebfrauenschule bestens aufgehoben. „Ich kann Marta aber auch für mein Hobby, das Voltigieren, begeistern“, lacht Gastschülerin Meike Kuhlbusch (16) aus Kerken-Nieukerk.

Bei der Begrüßung erfährt Schulleiter Lothar Josten von Esther Marco, der zweiten mitgereisten Austauschlehrerin, dass Spanier eher den Körperkontakt suchen als die distanzierteren Deutschen, sich umarmen und mit Küsschenlinks- Küsschen-rechts begrüßen. „Wir geben uns dafür die Hand, was hierzulande ein Zeichen der Verbundenheit und der Verbindlichkeit ist“, sagt Lothar Josten. Als Austauschlehrerin Maike Schwich dies übersetzt, nicken die jungen Spanier wohlwollend. Und wollen vom Schulleiter nun persönlich per Handschlag verabschiedet werden.



Liebfrauenschule Mülhausen

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